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ZA Martin Hendges, Ehrenvorsitzender des DZV e.V. , Foto Dr. Harry Hain


Schöne Bilder ...


Auch in diesem Jahr konnte sich unser Berufsstand zumTag der Zahngesundheit wieder äußerst positiv darstellen. Viele unserer nordrheinischen Kollegen haben mit großem Einsatz dazu beigetragen, dass unsere herausragenden Leistungen von der nochmals verstärkten Förderung der Prophylaxe – soweit das überhaupt noch möglich ist – bis zur Sicherstellung einer hochwertigen Versorgung der Patienten der Öffentlichkeit in einem bunten Strauß von Aktionen vermittelt wurden. Dabei war allerorten eine große Zustimmung zu verzeichnen.

Völlig im Widerspruch zum positiven Bild unseres Berufsstandes und zu seinem hohen Leistungsniveau, das gerade auf den traditionellen Versorgungsstrukturen beruht, steht der aktuelle, äußerst bedauernswerte Trend zumPreisdumping, der auch in der Zahnmedizin zu spüren ist. Er spiegelt sich etwa in der sensationellen Ankündigung von Nulltarifangeboten in den Medien wider und wirkt sich leider bei einer wachsenden Zahl von Patienten in der Verschiebung der Gewichtung von der Qualität hin zu niedrigen Kosten aus. Preisdumping, unter diesem Stichwort können auch die anstehende GOZ-Novelle mit ihrer unsinnigen Prämisse der Kostenneutralität und aktuelle Veränderungen in der Vertragslandschaft subsummiert werden. Immer mehr Krankenkassen versuchen, mit einzelnen Zahnärzten bzw. Zahnarztgruppen gesonderte Verträge abzuschließen und so finanziellen Druck auszuüben.

Ebenso schädlich ist ein zweiter Trend, getragen von der Politik, unterstützt von Kostenträgern bzw. Beihilfestellen und auch PKVen hin zur Vereinheitlichung zweier eigentlich unvereinbarer Versicherungssysteme, GKV und PKV. Er wird aktuell in den Vorschlägen des Gesundheitsministeriums zur GOZ-Novellierung offenbar. Die hochwertige Versorgung der Patienten auf dem zeitgemäßen Stand der Zahnmedizin und das breite Angebot an Therapieformen ist aber schon seit langem überhaupt nur noch betriebswirtschaftlich einigermaßen rentabel aufrechtzuerhalten, weil die GOZ auch in der vertragszahnärztlichen Versorgung eine große Rolle spielt. Das muss nach innen und außen besser vermittelt werden.

Bessere Qualität zu niedrigeren Preisen, das kann und wird es nicht geben, liebe Kolleginnen und Kollegen. Niedrigere Preise, darunter würde nämlich in ganz kurzer Zeit die gesamte Versorgung leiden. Bei den jungen Ärzten ist es bereits so weit, dass die freiberufliche Tätigkeit in der eigenen Praxis nach dem Studium kaumals Perspektive angesehen wird und man noch mehr als in den letzten Jahren den Gang ins Ausland erwägt – als mögliche Alternative zumEintritt in ein MVZ. Auch bei uns Zahnärzten ist in den letzten Jahren ein gewisser Wandel der bevorzugten Niederlassungsform wie im Verständnis des Begriffs „freiberuflich“ zu beobachten, der sich in einer verstärkten Tendenz zur größeren Praxis und auch in vermehrten Anstellungen niederschlägt. Man sollte sich aber keine Illusionen machen, durch Zusammenschlüsse, gleich welcher Art, den von Politik und Kostenträgern intendierten Kahlschlag bei den Honoraren abzufangen. Auf den Markt drängen zudem große Unternehmen mit gewaltigen finanziellen Ressourcen, die in anderen Bereichen des Gesundheitswesens bereits heute großen Einfluss besitzen. Bei solchen von fachfremden Dritten dominierten Versorgungsstrukturen geht es ausschließlich um eine möglichst hohe Rendite.

Gegen die „industriellen“ Konkurrenten muss die freiberuflich und eigenverantwortlich geführte Zahnarztpraxis zukunftsfest gemacht werden, in der noch die qualitativ hochwertige Versorgung des Patienten im Vordergrund steht. Dazu gilt es, die wirtschaftliche Kompetenz der Zahnärzte zu stärken. Auf diesem Gebiet gibt es hier in Nordrhein bereits zahlreiche Angebote, bei denen Zahnärztekammer, KZV und Verbände in vorbildlicher Weise zusammenarbeiten, damit sich unsere Praxen auch in dem immer schwierigeren Umfeld behaupten können. Abschließend möchte ich davor warnen, die zusätzlichen Belastungen zu unterschätzen, die trotz alledem durch GOZ-Novelle und VVG in Kürze auf unseren Berufsstand zukommen. Deshalb sollten Sie die zahlreichen Chancen nutzen und sich aktiv in die Strukturen einbinden, welche innerhalb und außerhalb der Körperschaften bestehen, um unseren Berufsstand durch ein geschlossenes Auftreten krisenfest zu machen.
Martin Hendges, Vorsitzender des DZV in Heft 11, November 2007, Rheinisches Zahnärzteblatt (Jg. 50),Seite 581

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