Im Team erfolgreich sein
Für viele nordrheinische Zahnärzte ist sie selbstverständlich, die vorbildliche Teamarbeit der ehrenund hauptamtlichen Standesvertretungen, der Verbände und der gesamten Zahnärzteschaft im Land. Basis dieser „nordrheinischen Harmonie“ ist die grundsätzliche Erkenntnis, dass uns alle ein Ziel eint. Es geht darum, unseren Berufsstand zu schützen, zusammenzuhalten und zu fördern, der durch die selbstständig freiberuflich geführte Praxis und das direkte Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient geprägt ist. Allein die Strategie, die diesem Ziel am besten dient, ist diskussionswürdig. Am Ende solcher durchaus auch einmal kontrovers geführten Diskussionen – außerhalb der Medien und der nichtzahnärztlichen Öffentlichkeit! – steht und stand bislang stets eine abgestimmte Vorgehensweise von Zahnärztekammer und KZV Nordrhein, DZV und Regionalinitiativen, dem Landesverband des FVDZ und anderen Verbänden. Abgestimmt, das heißt angesichts der recht unterschiedlichen Aufgaben und Möglichkeiten von Haupt- und Ehrenamt, von Körperschaften öffentlichen Rechts, Verbänden und Vereinen, nicht unbedingt auch völlig einheitlich.
Um den komplexen und vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu können, müssen alle Beteiligten großes Wissen, hohes Engagement und die notwendige Kompromissfähigkeit unter Zurückstellung jeglicher persönlicher Eitelkeiten mit sich bringen. Ich möchte den Jahreswechsel nutzen, dafür stellvertretend einigen Kollegen, dem Kammerpräsidenten Dr. Peter Engel, den KZV-Vorständen ZA Ralf Wagner, Rolf Hehemann – als „Zahnarzt ehrenhalber“ ebenfalls ein Kollege, und Dr. Hansgünter Bußmann, dem Vorsitzenden des FVDZ Klaus-Peter Haustein und last not least „unserem“ stellvertretenden KZBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Eßer meinen herzlichen Dank auszusprechen.
Mit der anstehenden GOZ-Novellierung wird in ganz besonderer Weise das nordrheinische Zusammenspiel gefordert sein. Schaut man sich einmal in Deutschland um, dann ist die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen leider nicht überall selbstverständlich – obwohl sie selbstverständlich sein sollte, gerade angesichts der Herausforderungen, die schon in den vergangenen Jahren, verstärkt noch im neuen Jahr auf uns zukommen. Auf dem Spiel steht nicht nur die angemessene Honorierung unserer hochwertigen zahnmedizinischen Leistungen, sondern auch die „Klammer um die Kollegenschaft“, die mehr und mehr durch selektive Vertragsstrukturen seitens der Krankenkassen, Navigation von Patientenströmen und Einflussnahme fachfremder Kapitalgeber aufgebogen werden soll.
Ich bin dennoch davon überzeugt, dass es uns gemeinsam gelingt, die freiberuflich und eigenverantwortlich geführte Zahnarztpraxis auch und gerade gegen „industrielle“ und „kapitalmächtige“ Konkurrenz zukunftsfest zu machen. Zudem werden wir alles daran setzen, über die Abwehr von Schaden hinaus die Chancen zu nutzen, die sich trotz oder gerade aufgrund des enormen Strukturwandels im Gesundheitswesen ergeben. Das ist aber nur zu erreichen, wenn es keine Alleingänge einzelner Kollegen oder auch kleinerer Gruppen von Zahnärzten gibt, sondern der Berufsstand innerhalb und außerhalb des Kollektivschutzes der Körperschaften möglichst geschlossen und mit schlüssigen Konzepten auftritt.
Wir in Nordrhein sind bereits heute so aufgestellt, dass wir in diesen Wettbewerb eintreten können. Diese regionale Stärke wird für die Zukunft entscheidend sein. Von daher bin ich froh, dass wir schon lange vor diesem Wandel im Gesundheitswesen in Nordrhein Strukturen gebildet haben, die wir heute mehr denn je brauchen und die andere Bundesländer nur mit wenigen Ausnahmen vorhalten. Wir Zahnärzte sind und bleiben in Nordrhein eine „starke Anbietergemeinschaft“ mit entsprechender Marktmacht!
Angesichts der neuen Herausforderungen und Chancen möchte ich es nicht versäumen,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihnen nachträglich einen glücklichen Start ins neue Jahr und ein erfolgreiches Jahr 2008 zu wünschen.
Ihr Martin Hendges
Martin Hendges, Vorsitzender des DZV in Heft 1, Januar 2008, Rheinisches Zahnärzteblatt, (Jg. 51), Seite 1